GESCHICHTE

1963–1984: Fernsehzuschauerforschung im Auftrag der öffentlich-rechtlichen Sender

Die erste Phase der Fernsehzuschauerforschung war durch ein begrenztes Sender- und Werbezeitenangebot geprägt und diente in erster Linie der Programmforschung.

Es existierten zunächst nur die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF. Die rechtlich zulässige Werbezeit für öffentlich-rechtliche Sender beträgt damals wie heute 20 Minuten pro Sender/Werktag in der Zeit vor 20.00 Uhr. Im Jahr des Sendestarts des ZDF, 1963, fiel der Startschuss für die quantitative Fernsehzuschauerforschung in Deutschland. Erstmals wurde ein Institut mit der Durchführung der telemetrischen Fernsehzuschauerforschung beauftragt. Zuvor wurde die Fernsehnutzung in den Haushalten nur im Rahmen von regelmäßig durchgeführten Befragungen ermittelt.

Im Auftrag von ARD und ZDF hatten zu nächst die Arbeitsgemeinschaften Infratam, Wetzlar (1963–1974), und Teleskopie, Bad Godesberg (1975–1984), die Durchführung der TV-Messungen übernommen.

Das erste Messgerät, das „Tammeter“, hatte einen Messtakt von einer Minute und erfasste lediglich die Haushaltsnutzung. Die Daten wurden auf Lochstreifen gestanzt, die einmal wöchentlich von den Infratam-Mitarbeitern bei den Panelhaushalten abgeholt wurden.

Die entscheidende Verbesserung fand beim Übergang
vom Infratam zum Teleskopie-System statt.

Während Infratam haushaltsbezogene Nutzungsvorgänge auf Basis eingeschalteter Geräte gemessen hatte, bildete Teleskopie erstmals personenbezogene Fernsehnutzung ab. Der Messtakt der eingesetzten Messgeräte „Telekomat“ und „Telemetron“ betrug 30 Sekunden.

Die Haushaltsmitglieder meldeten sich hierbei mit einer Fernbedienung über Knopfdruck am Messgerät an und ab. Dieses sogenannte „Push-Button“- Verfahren hat sich bis heute in der Fernsehzuschauerforschung bewährt. Die Fernsehnutzung kann somit den verschiedenen Personen in einem Haushalt zugeordnet werden. Gäste melden sich über eine eigene Taste an der Fernbedienung an und ab.


Gemessen an heutigen Vorstellungen vollzog sich die Berichterstattung der Institute in der ersten Phase der Fernsehzuschauerforschung in Deutschland mit einer zeitlichen Verzögerung von mindestens einer Woche relativ langsam. Die Lieferung der Daten erfolgte ausschließlich schriftlich in Form von standardisierten Berichten.

Durch eine permanente Vergrößerung der Stichprobe wurde kontinuierlich eine zuverlässigere Abbildung des Fernsehverhaltens vorangetrieben. Wurde 1963 die Nutzung von 625 Panelhaushalten erfasst, so standen im Jahr 1985 beim erstmaligen Vertragsabschluss mit der GfK Fernsehforschung 2.688 Haushalte zur Verfügung.

Abschnitte der Fernsehzuschauerforschung