AGF LEGT NEUESTE ZAHLEN ZU DIGITAL-TV VOR

Wiesbaden, 3. Juli 2003: Anlässlich ihres diesjährigen Forums legt die Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung (AGF) neueste Nutzungsdaten zu Digital-TV vor.

Der Umstieg von analogem auf digitales Fernsehen schreitet langsam voran. Zum Stand 01.06.2003 verfügten 8,8% aller Fernsehhaushalte in Deutschland über digitale Empfangsmöglichkeiten, wobei die große Mehrheit dieser Haushalte nach wie vor auch analog Programme empfängt. Betrachtet man die Entwicklung in den letzten 15 Monaten so hat sich die Anzahl der Haushalte mit Digital-Receiver von 2,42 Mio. (Stand 01.04.2002) auf 3,02 Mio. (Stand 01.06.2003) erhöht, was einem Wachstum von rd. 25 % entspricht.

Erfahrungsgemäß finden neue Technologien wie auch das digitale Fernsehen zunächst bei besonders technikaffinen Bevölkerungsgruppen Akzeptanz. Nach wie vor unterscheiden sich Haushalte mit Digital-Receiver von analogen Haushalten, auch wenn sie sich in ihrer Struktur zum Teil langsam den "durchschnittlichen" Fernsehhaushalten annähern.

Beim Alter lässt sich zunehmend eine Annäherung der Haushalte mit Digital-Receiver an die übrige Fernsehbevölkerung feststellen: Der Anteil der unter 50-jährigen liegt mit 72,3% (Stand 01.06.2003) zwar nach wie vor deutlich über dem eines durchschnittlichen Fernsehhaushaltes (55,5%), verringert sich jedoch stetig. (Stand 01.04.2002: 79,5%). Gleiches gilt für den Anteil der Männer in Haushalten mit Digital-Receiver, der von 55,3% (Stand 01.04.2002) auf 53,7% (Stand 01.06.2003) gesunken ist. Nichtsdestotrotz ist der Männeranteil deutlich höher als in einem durchschnittlichen Fernsehhaushalt (Stand 01.06.2003: 47,8%).

Auch in Bezug auf den Bildungsgrad ist eine leichte Annäherung zwischen digitalen und nicht-digitalen Haushalten zu beobachten: Rd. 52% der Personen in Haushalten mit Digital-Receiver haben Hauptschulabschluss (gegenüber 53% in einem durchschnittlichen Fernsehhaushalt), 36% der Personen verfügen über weiterführende Schule als Bildungsabschluss (versus 32%), 12% über Abitur oder Studium (vs. 15% in einem durchschnittlichen Fernsehhaushalt) (Stand 01.06.2003).

Digitale Receiver sind nach wie vor verstärkt in Haushalten mit höheren Einkommen (ab 1.750 €) zu finden. Der Anteil dieser Zielgruppe liegt mit 63% deutlich über dem Anteil in durchschnittlichen Fernsehhaushalten (50%) (Stand 01.06.2003).

Weitere Einflussgrößen auf die Entscheidung für einen Digital-Receiver sind die Haushaltsgröße und die Frage, ob Kinder im Haushalt sind. Der Digitalisierungsgrad steigt mit der Anzahl der im Haushalt lebenden Personen. 25% der Personen in Haushalten mit Digital-Receivern leben in Haushalten mit mindestens 4 Personen, in einem durchschnittlichen Fernsehhaushalt sind dies 15% (Stand 01.06.2003). In 31% der Haushalte mit digitalen Receivern leben Kinder im Haushalt (versus 20% in einem durchschnittlichen Fernsehhaushalt) (Stand 01.06.2003).

Die durchschnittliche Sehdauer in analogen Haushalten lag im Mai 2003 bei 184 Min. (Zuschauer ab 3 Jahre). Im gleichen Zeitraum lag diese in Haushalten mit digitalem Receiver bei 197 Min. Ein sprunghafter Anstieg der Fernsehnutzung durch Digital-TV ist somit nicht festzustellen. In Haushalten mit einem digitalen Receiver entfällt weniger als die Hälfte der Nutzung auf die digital ausgestrahlten Programme. Auch in diesen Haushalten liegt der Anteil analoger Nut-zung noch über dem der digitalen Nutzung (104 Min. versus 93 Min. im Mai 2003, Zuschauer ab 3 Jahre). Analysiert man dies nach Empfangsebenen zeigt sich, dass in digitalen Kabelhaushalten wegen des geringen Ausbaus breitbandiger Kabelnetze weniger als ein Viertel der Nutzung auf digitale Programme entfällt; im Satellitenbereich jedoch rund drei Viertel. Der Marktanteil digitaler TV-Nutzung (Pay- und Free-TV-Angebote) lag im Mai 2003 bei 5,4%.

Die Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung ist seit 1988 der Auftraggeber der kontinuierlichen Fernsehforschung in Deutschland. Neben den Auftraggebern ARD, ProSiebenSat.1 Media AG, Mediengruppe RTL Deutschland und ZDF wirken Lizenzsender, Werbungtreibende und die Werbeagenturen aktiv an der Gestaltung der Fernsehforschung in der Arbeitsgemeinschaft mit. Die in der AGF zusammengeschlossenen Sender haben inzwischen mehr als 100 Mio. Euro in die Durchführung und Weiterentwicklung des Systems der Fernsehzuschauerforschung in Deutschland investiert. Auch zukünftig wird die AGF mit einem jährlichen Investitionsvolumen von rd. 20 Mio. Euro Zuschauerforschung auf höchstem Niveau garantieren.

Kontakt: Anke Weber | Leiterin AGF-Geschäftsstelle
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