AUSSERHAUSNUTZUNG

Neben der Integration der zeitversetzten Nutzung wurde zum 01.07.2009 ebenfalls die Inhaus-Fernsehnutzung um die Fernsehnutzung außerhaus ergänzt.

Da die Außerhausnutzung nicht mit dem gleichen Messequipment erhoben werden kann wie die Inhausnutzung in einem Panel mit stationär installierten Messgeräten, wurde für die Außerhausnutzung der Panelteilnehmer die Fernsehnutzung von Gästen in den Panelhaushalten definiert. Daher wird die Außerhausnutzung häufig auch synonym mit Gästenutzung bezeichnet.

Vor dem Hintergrund, dass das Fernsehforschungspanel bevölkerungsrepräsentativ ist, kann für das Konzept der Außerhausnutzung davon ausgegangen werden, dass die Gäste, die bei Panelteilnehmern zu Besuch sind, sich so verhalten, wie die Panelteilnehmer sich als Gäste in anderen Haushalten verhalten.

Die Fernsehnutzung eines Gastes, der sich über die Personentaste am Fernseher angemeldet und sein Alter und Geschlecht über ein Onscreen-Menü eingegeben hat, wird im täglichen Produktionsprozess per Fusion auf ein Panelmitglied übertragen, das gleichen Geschlechts ist und einen möglichst geringen Altersunterschied zum „Spender“ der Nutzung aufweist. Eine weitere Bedingung ist, dass der „Empfänger“ der Nutzung während der Fernsehnutzung des Spenders nicht ferngesehen hat.

Neben den Faktoren Geschlecht und Alter gehen noch weitere Variablen in die Fusion – das heißt in den Prozess, den optimalen Rezipienten zu finden – mit ein, wenn auch mit einem geringerem Gewicht. Es handelt sich dabei um die Häufigkeit der Außerhausnutzung (nach Selbstauskunft in der jährlichen Strukturerhebung), der Fernsehnutzung in den letzten 28 Tagen sowie die Region, in der der Panelteilnehmer lebt.

In den Fusionsprozesses ist auch die Übertragung der Fernsehnutzung von Stammgästen in den Panelhaushalten (etwa der Freund oder die Freundin, die regelmäßig den Haushalt besuchen) auf Rezipienten im Panel integriert. Diese könnte, wenn Rezipienten nicht identisch sind, zu einer unlogischen Erhöhung der Nettoreichweite führen. Um dies zu verhindern, kann in den Panelhaushalten auf der Fernbedienung auch eine fixe Taste für Stammgäste reserviert werden. Im anschließenden Fusionsprozess ist dann gewährleistet, dass die Nutzung eines betreffenden Stammgastes auf das gleiche Panelmitglied übertragen wird, das auch schon zuvor seine Nutzung erhalten hat – natürlich nur unter der Voraussetzung, dass der Rezipient zur fraglichen Zeit „frei“ ist, das heißt nicht ferngesehen hat.

Die Gästenutzung im AGF-System steht nur für einen Teil der Außerhausnutzung; unberücksichtigt ist die Fernsehnutzung in Hotels, Anstalten und auf öffentlichen Plätzen (Public Viewing).