Glossar

Von A wie AGF Videoforschung bis Z wie zeitversetzte Nutzung – hier werden die wichtigsten Fachbegriffe der Bewegtbildforschung erläutert.

AVoD steht für Advertiser-supported-Video-on-Demand. Darunter versteht man Videostreaming-Angebote, die meist kostenlos und in denen Werbeblöcke platziert sind.

Das ADM-Mastersample ist ein vom Arbeitskreis deutscher Markt- und Sozialforschungsinstitute e.V. (ADM) geschaffenes Stichprobensystem, das auf circa 53.000 Gebietseinheiten, die die gesamte Bundesrepublik Deutschland vollständig abdecken, beruht. Das im AGF Panel eingesetzte Verfahren der mehrstufig geschichteten Zufallsauswahl von Erhebungseinheiten) basiert auf dem ADM-Mastersample für Face-to-Face-Stichproben, das im AGF Panel seit dem 01.07.2005 eingesetzt wird.

Adserver dienen der Verbreitung und Verarbeitung von Werbemitteln im Online-Bereich. Werbemittel von Online-Kampagnen wie z.B. Banner werden durch Adserver beim Zugriff auf eine HTML-Seite unmittelbar verschickt. Dabei werden u.a. die Sichtkontakte der Nutzer (Ad Impressions) oder die Anzahl der Klicks (Ad Clicks) auf das Werbemittel gespeichert und den Werbungtreibenden online zur Verfügung gestellt.

ADSL ist eine Abkürzung für Asymmetric Digital Subscriber Line und bezeichnet als Anschlusstechnik von Breitbandanschlüssen eine Variante von DSL. Im Unterschied zum DSL werden die in das Internet übermittelten Daten (Upload) mit einer kleineren Geschwindigkeit übertragen als die Daten aus dem Internet (Download). ADSL kann bei analogen und auch digitalen Telefonanschlüssen eingesetzt werden. Prinzipiell handelt es sich bei einer ADSL-Verbindung um zwei Modems, die an einer Telefonleitung angeschlossen sind und per USB-Schnittstelle oder Netzwerkkarte mit dem Computer verbunden sind.

Der Affinitätsindex zeigt an, wie groß die Reichweite in einer bestimmten Zielgruppe im Verhältnis zur Gesamtseherschaft ist (Verhältnis Sehbeteiligung der Zielgruppe zur Sehbeteiligung gesamt). Dies ermöglicht Aussagen darüber, ob eine Zielgruppe über- oder unterproportional eine Sendung, einen Werbeblock oder einen Zeitschnitt gesehen hat. Z.B. bedeutet ein Affinitätsindex von 140,
dass die Sehbeteiligung in einer bestimmten Zielgruppe um 40 % höher ist als in der Gesamtseherschaft.

Das AGF Panel stellt mit rund 5.400 täglich berichtenden, repräsentativ ausgewählten Haushalten und den darin lebenden mehr als 11.000 Personen eines der größten Fernsehpanels weltweit dar. Damit wird die Nutzung von 75,294 Mio. Personen ab 3 Jahren beziehungsweise 38,753 Mio. Fernsehhaushalten, deren HEB deutschsprachig ist, abgebildet (Stand: 04.01.2021). Die Nutzung dieser Grundgesamtheit wird repräsentativ sowohl für die Bundesrepublik Deutschland insgesamt als auch für die einzelnen Bundesländer abgebildet. Es wird von der GfK im Auftrag der AGF betrieben.

Die AGF Videoforschung GmbH ist ein Unternehmen für neutrale Bewegtbildforschung. Die AGF erfasst kontinuierlich und quantitativ die Nutzung von Bewegtbildinhalten in Deutschland und wertet die erhobenen Daten aus. Sie entwickelt ihr Instrumentarium mit einem mehrstelligen jährlichen Millionenbetrag kontinuierlich weiter, um dem Markt täglich verlässliche Daten über die Nutzung von Bewegtbildinhalten zu liefern. Dabei steht die AGF im engen Austausch mit allen Marktpartnern, darunter Lizenzsender, Werbungtreibende und Mediaagenturen.

Die Gesellschafter der AGF Videoforschung sind ARD, Discovery Communications Deutschland, Mediengruppe RTL Deutschland, ProSiebenSat.1 Media SE, Sky Deutschland, Sport1, Tele 5, Viacom, WeltN24 und ZDF.

Die Forschung im Auftrag der AGF Videoforschung umfasst die Erhebung und den Ausweis der Nutzung von Bewegtbildinhalten unabhängig vom Verbreitungsmodus (z.B. linear oder non-linear), Nutzungszeitpunkt (z.B. live, zeitversetzt oder zeitunabhängig), Nutzungsort (z.B. im Haus oder außer Haus), Verbreitungsweg (z.B. IPTV, Kabel) sowie Endgerät (z.B. Fernseher, Laptop oder Smartphone) als auch vom Absender (z.B. Fernsehsender, Telekommunikationsanbieter oder Online-Bewegtbildanbieter) nach den Regeln und Grundsätzen der Markt- und Meinungsforschung.

Die AGF Videoforschung vergibt Lizenzen zur Datennutzung an andere Sender, an Mediaagenturen und Werbungtreibende. Über lizenzierte Datenverwerter stellt sie die AGF-Daten zum Beispiel der Presse, Produktionsfirmen und Sport-Sponsoren im In- und Ausland zur Verfügung.

Die AGF-Auswertungssoftware deckt gleichermaßen die Informations- und Analysebedürfnisse von Programmforschung und Werbeplanung ab. Die zur Verfügung gestellte Software lässt sich nach ihren Funktionen in das Berichtssystem VIDEOSCOPE, das Planungssystem PLAN TV, das Kampagnenkontrollsystem TV CONTROL sowie das Sonderanalysen-System VIDEOSCOPE PLUS untergliedern. Die AGF hat DAP GmbH mit der Entwicklung und Pflege der Auswertungssoftware beauftragt.

Die AGF-Konventionen sind von der AGF vorgegebene Regeln zum Umgang mit dem gesamten Forschungssystem der AGF. Sie regeln insbesondere die Weiterberechnung der Daten und die Rechte und Pflichten beim Umgang mit den Daten. Die AGF-Konventionen sind verbindlicher Bestandteil aller Verträge der AGF mit Dritten.

Das AGF-Werbekundenabonnement ist das Angebot der AGF für den Bezug der von der GfK Fernsehforschung erhobenen Daten an den Werbemarkt. Es richtet sich an Agenturen und Unternehmen, die im Bereich Fernsehwerbung tätig sind. Durch seinen modularen Aufbau bietet es den Beziehern die Möglichkeit, auf ihre spezifischen Bedürfnisse zugeschnittene Daten regelmäßig zu beziehen.

Aggregierte Daten bezeichnen die Zusammenfassung von Einzelwerten zu größeren Einheiten, z.B. von sekundengenau gemessenen Nutzungswerten für Sender zu größeren Zeitschienen. Die ursprüngliche Information ist damit nicht mehr in ihrer Detailliertheit vorhanden.

agma ist eine Abkürzung für die Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse e. V., die ein Zusammenschluss von Werbungtreibenden, Agenturen und Medien ist, mit dem Ziel, die Leistung von Werbeträgern und deren Nutzer zu analysieren. Zu diesem Zweck führt die agma jährlich eine Untersuchung durch, die sogenannte ma. Die darin erhobenen Daten stellen eine wichtige Planungsgrundlage für die Mediengattungen Funk, Print und Online dar. Die unter dem Dach der Agma durchgeführte Potenzialstudie z.B. liefert Ergebnisse, die die AGF alsTeil ihrer Außenvorgaben für die soziodemografische Aussteuerung und die Gewichtung des AGF Panels nutzt (siehe AGF Videopotenziale) Die AGF stellt im Rahmen der ma Intermedia Daten aus ihrem AGF Panel für die intermediale Planung zur Verfügung.

Analoges Fernsehen beschreibt eine analoge Übertragung von Fernsehprogrammen. Ein analoges Fernsehbild besteht in Deutschland bei einer Bildaufbaufrequenz von 50 Hz aus einer Folge von 25 übertragenen Einzelbildern pro Sekunde, die weiter in jeweils 625 Zeilen zerlegt werden. Dabei werden Bilder und Töne wellenförmig in Form vieler Zustandsmeldungen übertragen. In der Bundesrepublik Deutschland werden Fernsehsignale derzeit nur noch via Kabel analog übertragen. Die Übertragung auf den Empfangsebenen Terrestrik, Satellit und IPTV erfolgt nur noch digital.

Angebotseinheiten sind eine Sammlung einzelner Videos (auf Basis angelieferter Zuordnungscodes) eines oder mehrerer Publisher. Die Angebotseinheit wird zumeist für die Vermarktung genutzt, führt bspw. einzelne Videos einer Programmmarke (nur Streaming) zusammen.

Das Fact "Anlieferungen" wird unterteilt in "Anlieferungen Content" und "Anlieferungen Werbung". Es gibt die Bruttomenge der Abrufe einer Sendung oder der Werbespots in einer Angebotseinheit an.

Für die Rekrutierung von Haushalten für das AGF-Fernsehpanel kommt das hybride Anwerbeverfahren nach Random-Route und Quota zum Einsatz. Bei beiden Verfahren wird zunächst ermittelt, ob der Haushalt im Hinblick auf soziodemographische Merkmale und Empfangssituation die Sollvorgaben für das Fernsehpanel erfüllt. Ist ein Haushalt geeignet, wird ein Anwerbeinterview für das Fernsehpanel geführt. Bei einem Anwerbeinterview werden weitere Informationen über den Haushalt analog zu der Strukturerhebung erfasst. Nach der Rekrutierung folgt die Installation der Messtechnik und die Aufnahme des Haushalts in die tägliche Berichterstattung.

Die Anzahl der Videos zeigt an, aus wie vielen unterschiedlichen genutzten Videos eine Zusammenfassung generiert worden ist. In die Anzahl der Titel gehen nur diejenigen aus der Menge des Gesamtangebots ein, die mindestens einmal im Auswertungszeitraum genutzt wurden. Durch die im Vergleich zum klassischen TV unterschiedlichen Angebotsformen (Playlists, Shortclips, abweichende Aufteilung von Longform-Videos etc.) ist die Anzahl der Videos nicht immer vergleichbar mit den Sendetiteln im klassischen TV.

Applikationen (Apps) sind zusätzliche Anwendungen, die auf Endgeräten wie bsüw. Smartphones, Tablets oder einem Smart TV bestimmte Funktionen erfüllen. Im Kontext der Bewegtbildnutzung umfassen diese bspw. Mediatheken, EPGs, etc.

Der Audience Flow ist ein Indikator für die Bindung der Zuschauer an das Programm. Analysen von Audience Flows untersuchen die identische Seherschaft aufeinanderfolgender Sendungen. Sie geben Aufschluss darüber, welcher Anteil der Seherschaft einer untersuchten Sendung von der vorherigen Sendung übernommen bzw. an die anschließende Sendung übergeben werden konnte.

Das Audiomatching ist ein technisches Verfahren zur Messung von audiovisuellen Inhalten. Es wird im AGF Panel mit dem Messsystem UMX seit dem 01.08.2012 in den Panelhaushalten eingesetzt, um die Fernsehnutzung der Panelmitglieder zu erfassen. Beim Audiomatching-Verfahren werden Tonsignale am Fernseher als Audiomuster abgegriffen und mit Audiomustern von kontinuierlich an einem Server aufgezeichneten Sendern verglichen. Die übereinstimmenden Signale werden dann einem Fernsehsender zugeordnet. Bei einer nicht eindeutigen Zuordnung von Inhalten zu einem Sender (z.B. bei zeitgleicher Ausstrahlung auf mehreren Kanälen) werden zusätzliche Informationen wie z.B. das regionale Empfangsspektrum oder Infrarot-Codes zur Zuordnung verwendet.

Aufstockung bezeichnet im AGF Panel die Erhöhung der Zahl der Panelhaushalte. Damit lässt sich zum einen die Validität der Daten im regionalen Bereich verbessern, zum anderen stehen mehr Fälle für die Analyse von tiefer gegliederten Zielgruppen zur Verfügung. Im AGF Panel ist die Auswertungsqualität der AGF-Daten für kleinere Bundesländer durch eine regionale Erhöhung der Zahl der Panelhaushalte (=disproportionale Aufstockung) gesichert.

Außenvorgaben sind externe Vorgaben für die strukturelle Zusammensetzung des AGF Panels. Sie sind relevant für den Aufbau, die Steuerung und die Gewichtung der Daten.
Die Außenvorgaben für das AGF Panel werden aus mehreren Quellen bezogen. Aus der Potenzialstudie und der Plattformstudie werden die Vorgaben zu den relevanten Strukturinformationen für TV-Empfang und Soziodemographie entnommen. Für Kinder im Alter von 3-13 Jahren, die in Potenzialstudie und Plattformstudie nicht befragt werden, kommen die Strukturinformationen aus dem jeweils aktuellen Mikrozensus. Aus der exklusiv für die AGF durchgeführten Plattformstudie kommen überdies die Informationen zum Anteil von Haushalten mit
Plattformzugang. Die Vorgaben für die Verteilung von Sky-Abonnements wiederum werden aus einem Deloitte-Audit zur Verfügung gestellt.“ Für die Steuerung der Panelstrukturen sind folgende Merkmale von Bedeutung:

Außerhausnutzung bezeichnet die Nutzung, die in den Haushalten des AGF Panels durch Gäste, d.h. nicht permanent im Haushalt lebende Personen, erzeugt wird. Ausgehend von dem Modell, dass das Panel alle privaten Fernsehhaushalte repräsentiert, findet die Nutzung einer Person entweder in ihrem eigenen Haushalt oder in einem anderen Haushalt statt, sodass die Nutzung als Gast stellvertretend für die Nutzung des Panelmitglieds außer Haus betrachtet wird. Die Nutzung von Gästen wird per Fusion auf Panelmitglieder übertragen, die in einem Mantelintervall von 60 Minuten vor und nach der Gästenutzung nicht ferngesehen haben. Gemeinsame Merkmale für die Fusion sind Alter und Geschlecht. Als weitere Faktoren für die Auswahlwahrscheinlichkeit eines geeigneten Panelmitglieds für die Fusion gelten die Häufigkeit der Außerhausnutzung nach Selbstauskunft (aus der Strukturerhebung), die Fernsehnutzung der letzten 28 Tage und die Regionalität. Die Außerhausnutzung ist seit 01.07.2009 in den täglichen AGF-Daten integriert.

Ausweisungsregeln sind von der AGF definierte Regeln, die Grenzen der Ausweisbarkeit von Nutzungswerten für Zielgruppen und Gebiete festlegen. Die Mindestfallzahlgrenze für Zielgruppenauswertungen liegt bei 80. Wird eine geringere Fallzahl angewendet, muss dies in der Auswertung angegeben werden. Bei einer Fallzahl von weniger als 30 ist eine Auswertung nicht zulässig.

AV Source Tracker dienen der Erkennung von externen Geräten, die typischerweise für die Fernsehnutzung verwendet und am Fernseher angeschlossen werden. Z.B. können DVD-Player oder Spielekonsolen von AV Source Trackern erkannt werden.