Glossar

Von A wie AGF Videoforschung bis Z wie zeitversetzte Nutzung – hier werden die wichtigsten Fachbegriffe der Bewegtbildforschung erläutert.

ECC ist eine Abkürzung für Externer Coincidental Check und beschreibt ein Verfahren zum Nachweis der Validität des Fernsehnutzungsverhaltens der Panelteilnehmer. Dabei wird die im AGF Panel gemessene Nutzung regelmäßig mit der einer externen Bevölkerungsstichprobe verglichen. Der ECC wird im Erhebungszeitraum parallel zum ICC durchgeführt. Der letzte ECC umfasste mehr als 8.000 CATI-Interviews, die an fest vorgegebenen Messzeitpunkten über die Wochentage verteilt durchgeführt wurden.

EDI ist eine Abkürzung für Electronic Data Interchange (dt.: Elektronischer Datenaustausch). Das im Werbemarkt eingesetzte EDI-Format ist eine Standardisierung der Datensatzformate für den Datenaustausch innerhalb der Werbebranche, z.B. den Austausch von Tarif-, Programm- und Buchungsinformationen zwischen Vermarktern und Agenturen.

Editing Rules (dt.: Editierregeln) sind festgelegte Zuordnungsregeln, die in der Marktforschung zur Verbesserung der Datenqualität verwendet werden. Hierzu werden logische Zusammenhänge und Plausibilitäten zwischen Merkmalen aus der Erhebung oder anderen Datenquellen verwendet und regelgebunden Daten verändert. Eine einfache Regel ist bspw. das Bridging. Dabei wird bei einem fehlenden Match zum Zeitpunkt t, einer Nutzung des Senders A zum Zeitpunkt t-1 und zum Zeitpunkt t+1 und keiner erkennbaren (Infrarot-) Benutzeraktion auch für den Zeitpunkt t eine Nutzung des Senders A in den Daten gesetzt.

Eine weitere Gruppe von Regeln betrifft die Zuordnung der Nutzung zu einem Sender, wenn durch den Match mehrere Sender zur Auswahl stehen, die sogenannte Simulcast-Auflösung. So wird z.B. einem Haushalt, in dem eine Nutzung einen Match auf einen Sender erzeugt, der in Schleswig-Holstein verbreitet wird und einen Sender, der in Bayern verbreitet wird, dem bayerischen Sender zugewiesen, wenn der Haushalt in Bayern ansässig ist. Durch die Vielzahl der verfügbaren Informationen können beim Audiomatching die Editing Rules sehr komplex sein. Editing Rules werden aber auch bei Stammdaten verwendet.

Einschaltquoten beschreiben die durchschnittliche Sehbeteiligung der Haushalte, die zu einem gegebenen Zeitpunkt eine Sendung verfolgt haben. Die Angabe der Einschaltquoten erfolgt in Prozent.

Die AGF unterscheidet vier verschiedene Empfangsebenen: IPTV, Satellit, Kabel und Terrestrik. Die Zuordnung eines Haushalts zu einer Ebene erfolgt hierarchisch, d.h. ein Haushalt wird bei mehreren Empfangsebenen immer der höchsten Ebene zugeordnet – wobei IPTV die höchste Ebene darstellt, gefolgt von Satellit, Kabel und Terrestrik. Ein Haushalt, der Programme über IPTV empfängt, wird somit immer der Ebene IPTV zugeordnet, auch wenn andere Empfangsmöglichkeiten im Haushalt vorhanden sind. Zu der Ebene Satellit gehören nach AGF-Definition alle Haushalte, die über Satellit empfangen, aber nicht über IPTV. Ein Haushalt wird der Ebene Kabel zugewiesen, sofern er über Kabel empfängt, aber nicht über IPTV oder Satellit. Die Ebene Terrestrik umfasst somit lediglich alle Haushalte, die ausschließlich eine DVB-T-Empfangsmöglichkeit besitzen.

Die Empfangsebenen werden sowohl bei der Anwerbung als auch bei der Gewichtung berücksichtigt. Unabhängig von der Zuordnung eines Haushalts zu einer Empfangsebene werden im AGF-System auch die anderen im Haushalt verfügbaren Empfangsebenen vom Techniker erfasst und sind Bestandteil der AGF-Daten.

Das Empfangspotenzial gibt an, wie viele Personen oder Haushalte einen Sender terrestrisch, über Kabel, Satellit oder IPTV empfangen. Die Empfangbarkeit eines Senders ist gegeben, wenn er mindestens einmal eine Sekunde in einem Panelhaushalt eingeschaltet war. Das Empfangspotenzial eines Senders ist aufgrund dieser Definition immer kleiner als seine technische Reichweite, weil beim Empfangspotenzial der tatsächliche Empfang zu Grunde gelegt wird und nicht alle potentiellen Haushalte im Verbreitungsgebiet. Obwohl das Empfangspotential aufgrund seiner Definition größtenteils robust gegenüber Schwankungen ist, kann es in wenigen Fällen dennoch zu leichten Veränderungen kommen. Als Gründe hierfür können Panelein-und -austritte, Maintenancen, Kabelnetz- resp. Transponderabschaltungen oder- umbelegungen und Gewichtungsprozesse genannt werden.

Das Empfangspotenzial 60/60 gibt an, wie viele Personen oder Haushalte in den letzten 60 Tagen einen Sender mindestens 60 Sekunden konsekutiv eingeschaltet haben. Das Empfangspotenzial 60/60 ist damit zeitlichen Schwankungen aufgrund der tatsächlichen Nutzung unterworfen.

Encoder bezeichnen elektronische Komponenten für eine Verschlüsselung bzw. Komprimierung von Signalen beim analogen und digitalen Fernsehen, die sowohl durch Hardware als auch durch Software realisiert werden können. Audio- oder Videosignale werden mit einem Encoder kodiert und komprimiert, um bei langen Datenkanälen möglichst hohe Datenraten zu gewährleisten. Außerdem besitzen komprimierte Dateien eine geringere Datengröße und benötigen somit weniger Speicherplatz.

EPG ist eine Abkürzung für Electronic Programme Guide (dt.: Elektronischer Programmführer) und beschreibt eine Funktion beim digitalen Fernsehen, die dem Zuschauer einen Überblick über die ausgestrahlten Fernsehprogramme liefert. EPGs beinhalten ein Navigationssystem mit programmbegleitenden Informationen und - je nach Leistungsfähigkeit - Suchfunktionen zur
Programmauswahl. Sie werden von den Programmveranstaltern oder Drittanbietern angeboten und sind ebenfalls in den meisten Set-Top-Boxen vorhanden.

Ethernet fasst eine Familie von Netzwerktechnologien zusammen, die die Adressierung, das Rahmenformat und die Zugriffskontrolle auf das Übertragungsmedium gemeinsam haben. Bei der Technik handelt es sich um eine kabelgebundene Datennetztechnik für lokale Datennetze, sogenannte LANs, die den Datenaustausch zwischen allen in einem lokalen Netz angeschlossenen Geräten (z.B. Computer oder Drucker) auch über weite Strecken ermöglicht. Derzeit sind Übertragungsraten von 10MBit pro Sekunde bis zu 10GBit pro Sekunde möglich.

Unter Evaluierung versteht man die Analyse der Leistung von Mediaplänen und Werbekampagnen.

Livestream, der parallel aber ohne direkten Bezug zur TV-Ausstrahlung stattfindet. Beispiel: Curling-Wettbewerb im Event-Livestream während im TV ein Eishockey-Spiel übertragen wird.

Eine externe Überschneidung liegt vor, wenn Personen - zum Beispiel im Rahmen von Media-Mix-Kampagnen - von mehreren Medien bzw. Mediagattungen erreicht werden.