Glossar

Von A wie AGF Videoforschung bis Z wie zeitversetzte Nutzung – hier werden die wichtigsten Fachbegriffe der Bewegtbildforschung erläutert.

Kabel beschreibt die Übertragung von analogem oder digitalem Fernsehen über Kupfer- oder Glasfaserkabel. Die Kabelstrecke von der Kabelkopfstation bis zum Grundstück gehört in der Regel einem Kabelnetzbetreiber. Dieser Abschnitt wird als Netzebene 3 bezeichnet. Die Verteilung vom Grundstück bis in die Wohnung ist im Besitz vieler kleiner Kabelnetzbetreiber wie z.B. Wohnungsbaugesellschaften, aber auch der Kabelnetzbetreiber der Netzebene 3. Dieser Abschnitt wird als Netzebene 4 bezeichnet.

Als Kalibrierung bezeichnet die AGF den Prozess der Anpassung der im gewichteten Videostreaming-Panel vorliegenden Views und Nettoreichweiten an das Niveau der Zensusmessung durch statistische Verfahren. Während die Anzahl der Views für Zensusmessung und Panel gemessen werden, ist die Nettoreichweite nur im Panel verfügbar und wird durch ein statistisches Schätzverfahren für das Zensusniveau extrapoliert.


In der Zielsetzung ist die Kalibrierung ähnlich einer Gewichtung: Es geht darum, in Stichproben erhobene Informationen an bekannte Außenvorgaben einer Vollerhebung anzupassen. Neben den durch die Zusammensetzung der Stichprobe bedingten Anpassungserfordernissen wird durch die Kalibrierung die designbedingte Unterdeckung der Nutzung im Panel durch die Nichterfassung von at-work- und anderer Nutzung ausgeglichen. Die Niveaugrößen der Zensusmessung beinhalten ausschließlich Nutzung über IP-Adressen, die Deutschland zugeordnet werden. Um die Kalibrierung umzusetzen, müssen die Streamviews zusammengefasst werden um eine ausreichend große Fallzahl zu erreichen. Diese Zusammenfassungen werden Kalibrierungseinheiten genannt. Nach dem Prozess der Berechnung der Nettoreichweiten auf Niveau der Zensusmessung werden diese Vorgaben zur Erzeugung eines sogenannten Respondent-Level-Datensatzes herangezogen, der Basis für Analysen und Planungen ist.

Kampagnenkontrolle bezeichnet die Leistungsüberprüfung einer bereits abgeschlossenen Werbekampagne auf Basis der tatsächlich erzielten Reichweiten. Sie dient der Messung und Evaluierung der Werbewirkung.

Kampagnenplanung umfasst die Auswahl der für die Zielgruppe geeigneten Werbeblöcke für eine Werbekampagne vor ihrer tatsächlichen Ausstrahlung. Auf der Basis zurückliegender Fernsehdaten werden geeignete Werbeumfelder ermittelt. Mit Hilfe von Planungssoftware können dann Indikatoren berechnet werden, die als Prognose für die Leistung der geplanten Kampagne dienen. Indikatoren sind Nettoreichweite, Durchschnittskontakte, Affinität, TKP, TNP, GRP und Kontaktverteilung.

Kanalpartagierung beschreibt die Belegung einer Frequenz mit mehreren Programmen, sogenannten Fensterprogrammen. Sie unterliegen der Genehmigungspflicht der Landesmedienanstalten.

Klumpung beschreibt den Zustand bei einer Stichprobe, bei dem mehrere Haushalte pro Sampling Point vorhanden sind. Im AGF Panel ist keine Klumpung vorgesehen.

Die Kombinationsanalyse untersucht Zuschaueridentitäten über mehrere Sendungen und Tage. Dazu werden die Nutzer für Kombinationen aus Sendungen oder Intervallen, die mit UND / ODER / NICHT verknüpft sind, ermittelt.

Die Konstellationsanalyse untersucht, welche Personengruppen zusammen bzw. nicht zusammen eine Sendung oder ein Intervall nutzen. Dazu werden Konstellationen auf Basis der Verknüpfungen UND / UND NICHT gebildet.

Die Kontaktsumme beschreibt einen Leistungswert als die Addition der durchschnittlichen Sehbeteiligungen. Die Berechnung erfolgt i.d.R. mit der Methode p-Wert. Wird mit der Methode 0/1 gearbeitet, so ist dies zu kennzeichnen.

Die Kontaktsummenbildung beschreibt ein Verfahren, mit dem Nutzerschaften über mehrere Sendungen berechnet werden. Es kann zwischen Methode 0/1 und Methode p-Wert gewählt werden. Personen, die Leistungswerte für mehrere Sendungen der Sendungsliste aufweisen, werden nicht nur einmal, sondern mehrfach berücksichtigt.

Die Kontaktverteilung gibt an, wie viele Personen auf die einzelnen Kontaktklassen entfallen. Je nach der Intensität ihrer Mediennutzung haben die von einer Kampagne erreichten Personen unterschiedliche Kontakthäufigkeiten mit dieser Kampagne. Sie werden ihrer Kontakthäufigkeit entsprechend unterschiedlichen Kontaktklassen zugeordnet. Kontaktverteilungen werden auch als Maßstab zur Beurteilung der Werbewirkung verwendet.

Kumulation beschreibt in der Mediaplanung das Aufsummieren von Bruttoreichweite, Nettoreichweite oder Durchschnittskontakten nach einer bestimmten Anzahl von Schaltungen.

Die Kumulations- und Frequenzanalyse ist ein Verfahren zur Ermittlung des kurz- und langfristigen Zuschauerwachstums über eine beliebige Auswahl von Sendungen, Werbeblöcken oder Zeitintervallen.

Die kumulierte Netto-Sehbeteiligung beschreibt das Ergebnis einer Kumulations- und Frequenzanalyse, speziell der Nettokumulation auf Basis der durchschnittlichen Sehbeteiligung (Methode p-Wert). Jede Person, die von mindestens einer Sendung erreicht wurde, geht mit ihrem individuellen Nutzungsanteil bzw. ihrer durchschnittlichen
Sehbeteiligung in die Berechnung ein. Wird mit der Methode 0/1 gearbeitet, so ist dies zu kennzeichnen.