GESCHICHTE

Fernsehzuschauerforschung in Deutschland

Die kontinuierliche Fernsehzuschauerforschung in Deutschland starte am 1. April 1963 - zeitgleich mit dem Sendestart des ZDF - und blickt damit auf eine nunmehr 50jährige Tradition zurück.

Erfolgte die Messung anfangs in nur 625 Haushalten, waren es 1979 bereits 1.500 Haushalte und 1990 schon 4.400 Haushalte. Heute wird die Fernsehzuschauerforschung in 5.000 berichtenden Haushalten durchgeführt. Lag die kleinste messbare Zeiteinheit bis 1974 noch bei einer Minute, verkürzte sich dies bereits ab 1995 auf eine Sekunde.

Parallel zu den Veränderungen des Medienmarktes hat die AGF - Auftraggeber der Fernsehzuschauerforschung seit 1988 - in der Vergangenheit ihr System kontinuierlich ausgebaut und angepasst, um eine möglichst hohe Abdeckung des Bewegtbildmarktes in einem qualitativ hochwertigen Forschungssystem zu gewährleisten.

Diese Anpassungen gingen sehr häufig über eine reine Erhöhung der Anzahl installierter Haushalte hinaus. Meilensteine waren hier vor allem die Integration von Kabel- und Satellitenhaushalten in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre, die Integration der Neuen Bundesländer zu Beginn der 1990er Jahre, die Erweiterung der Grundgesamtheit auf Haushalte mit einem Haushaltsvorstand aus allen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union ab 2001, die Erfassung digital übertragener Fernsehprogramme ab 2003, die Erfassung von zeitversetzter Nutzung und Außerhausnutzung im Jahr 2009 und die Abbildung der Fernsehnutzung auf der Ebene IPTV ab August 2012.

Seit 2010 arbeitet die AGF parallel zur Fernsehzuschauerforschung an einem neuen Standard für Bewegtbild. Im Rahmen des Streaming-Projektes werden Leistungswerte für Online-Video-Inhalte gemessen und seit 2014 auch ausgewiesen.

2016 wurde die Grundgesamtheit des AGF-Fernsehforschungspanels auf die deutschsprachige Bevölkerung erweitert und damit an die geltende Grundgesamtheit der Medienstudien der agma angeglichen.

Abschnitte der Fernsehzuschauerforschung