GESCHICHTE

1985–1999: Integration der Privatsender in die Fernsehzuschauerforschung

Die Situation auf dem Fernsehmarkt änderte sich grundlegend, als im Jahr 1984 die ersten werbefinanzierten Privatsender RTL und Sat.1 auf Sendung gingen und sich die Zahl der Privatsender in den folgenden Jahren durch die zunehmende Verbreitung von Kabel- und Satellitentechnik kontinuierlich erhöhte.

Damit vergrößerte sich nicht nur das Programmangebot für die Zuschauer, sondern auch in einem überproportionalen Ausmaß die zur Verfügung stehende Werbezeit. Der Werbemarkt entwickelte sich vom Verkäufermarkt immer mehr in Richtung eines Käufermarktes. Die damalige Auftraggebergemeinschaft reagierte auf die Veränderung der TV-Landschaft, indem sie am 01.07.1986 ein zusätzliches Kabel- und Satellitenpanel von 165 Haushalten errichtete, um die neuen Nutzungswege zuverlässig abbilden zu können.

1985 wurde der Auftrag zur Durchführung der kontinuierlichen Fernsehzuschauerforschung von ARD und ZDF erstmals an die GfK Fernsehforschung vergeben.

Die Messung der Fernsehnutzung wurde um die Videorecorder-Nutzung und die Videotext-Nutzung erweitert.

1995 erfolgte mit dem Messgerät TC XL die Umstellung vom 30-Sekunden-Messtakt auf den 1-Sekunden-Messtakt.


1991 wurden die neuen Bundesländer in das
Forschungssystem integriert und es wurde die Zahl
der Haushalte in den Ballungsräumen Hamburg,
München und Berlin aufgestockt, sodass diese
ebenfalls gesondert abgebildet werden konnten.

Die Bereitstellung der Daten wurde von
wöchentlichen schriftlichen Berichtsbänden
auf eine softwaregestützte tägliche Bereitstellung
vorgefertigter Tabellen umgestellt.

Mit dem Ziel einer einheitlichen und harten Fernsehwährung schlossen RTL und Sat.1 Mitte 1988 eine Kooperation mit ARD und ZDF – die Geburtsstunde der AGF Videoforschung, damals noch unter dem Namen Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung. Am 01.01.1991 traten mit ProSieben und Tele 5 (später DSF) zwei weitere Mitglieder bei.

Abschnitte der Fernsehzuschauerforschung